Erfahrung schon seit 1987
Für
Mitglieder
gesetzlicher Krankenkassen
bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V
Rehabilitationsbehandlungen
an und für
Patienten mit privater
Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Die Klinik ist auch beihilfefähig.
FROZEN SHOULDER
(adhäsive Kapsulitis)
Die Frozen shoulder wird auch als adhäsive (= entzündlich bedingte, flächenhafte oder strangförmige bindegewebige Verwachsung) Kapsulitis (= Kapselentzündung) bezeichnet.
Eine Frozen shoulder wird auch als Schulterstei fe bezeichnet, manche Autoren verwenden auch den Begriff Peri arthropathia hu meroscapularis, was aber nicht ganz unumstritten ist. Man unterscheidet zwei Formen:
Primäre Frozen shoulder, als eigenständige Schul tererkrankung und
Sekundäre Frozen shoulder als Folge einer längeren Gelenkruhigstellung, einer Operation, einer Entzündung oder einer Verletzung. Dabei kommt es ebenfalls zu einer Reduktion der Gelenkbeweglichkeit durch Schrumpfung der Gelenkkapsel.
Die Frozen
shoulder tritt meist bei älteren Erwachsenen auf. Es liegt eine
unspezifische, schmerzhafte Entzündung der Schultergelenkkapsel bzw. der
Innenhaut (Synovialitis) vor, durch die die Kapsel allmählich schrumpft und zu
einer Bewegungseinschränkung führen kann. Häufig liegt auch eine
Tendovaginitis
(=
Sehnenscheidenentzündung)
des Musculus bizeps brachii (= 2-köpfiger
Oberarm muskel) vor. Der
Krankheitsprozess betrifft in erster Linie das
Schultergelenk so daß diese Störung
eigentlich nicht der
Periarthropathia
humerosca pularis
zugeordnet werden kann.
Häufig tritt die Frozen shoulder als Folge einer Ruhigstellung bei einem
Schulter-Arm-Sndrom, einer
Zervikobrachialgie
(=
Nacken-Schulter-Arm-Syndrom)
oder einer
Periarthritis humeroscapularis
auf.
Für Schul terschmerzengibt es außer der Frozen shoulder noch andere Schmerzursachen, die in die differentialdiagnostischen Erwägungen (= was außer Frozen shoulder sonst noch an Krankheiten in Betracht kommen könnte) mit einbezogen werden sollten:
Schulterschmerzen aufgrund entzündlicher (rheumatischer) Störungen (Omarthritis) oder degenerativer (= abnutzungsbedingter) Veränderungen (Schultergelenkarthrose)
Schulter-Hand-Syndrom
Nicht selten
gehen Schmerzen von einzelnen Gelen
ken in der
Schul
ter-Arm-Region aus und
strahlen dann in den gesamten Bereich aus, so daß es schwierig werden kann, den
primären Schmerzherd überhaupt zu finden (Debrunner 1988).
Typischerweise bestehen
Ruheschmerzen
mit
Schmerz
verstärkung bei Belastung.
Manchmal treten begleitend vegetative Krankheitszeichen wie Kälte, Zyanose
(= bläuliche Verfärbung der Haut)
oder Schwitzen auf, so daß die Unterscheidung von einer
Sudeckschen Dystrophie (Morbus
Sudeck) schwerfällt, besonders wenn Gewebsatrophien
(= Gewebsschwund)
vorhanden sind. Wenn die Zyanose im Vordergrund steht, ist auch an den
Morbus
Raynaud zu denken.
Periarthritis
hu
meroscapularis:
Als
Periarthrotis
humerosca
pulariswerden verschiedene schmerzhafte
Krankheitszeichen in der Umgebung des Schultergelenks bezeichnet, so z.B.
Affektionen (= Störungen)
des Akromiohumeralgelenkes (=
Gelen
k
zwischen dem Oberarmknochen und einem Ausläufer des Schulterblatts)
oder Störungen im Bereich der sog. Rotatorenmanschetten
(= Oberarmmuskulatur die die Schultergelen
ke
umhüllen). Häufig liegen
Tendinosen
(=
Sehnenentzündungen)
vor, besonders im Bereich der
Sehne
des M. supraspinatus. Verkalkungen lassen
sich röntgenologisch nachweisen. Typischerweise tritt die
Omalgie oder eine
deutliche Schmerzverstärkung beim Versuch, den
Arm
zu heben, auf.
Eine Form der
Periarthritis
humeroskapularis ist auch das
Impingement-Syndrom:
Bei diesem
Engpaßsyndrom (= Krankheitszeichen bei
einer Einengung) haben die Sehnen der
Muskeln, die das
Schul
tergelenk bewegen, zu wenig Platz. Ihr Gleitraum ist durch
Knochenvorsprünge und eine Vielzahl von
Sehnen im Bereich unterhalb der
Schulterhöhe eingeschränkt. Aufgrund der Enge führen an sich wenig belastende
Faktoren rasch dazu, daß die Sehnen aneinander oder an den Knochen reiben und
sich entzünden, teilweise unter Einbezug des Schleimbeutels. Fast immer ist
eine
Durchblutungsstörung
vorhanden, die eine Entzündungsreaktion begünstigt.
Typisches
Anzeichen ist eine
Omalgie
(=
Schulterschmerz), die vor allem nachts sowie beim Anheben des
Armes auftritt.
Der
Schultersteife, auch
als
steife Schulter
bezeichnet, liegt
eine Proliferation (=
Vermehrung von Gewebe durch Wucherung oder Sprossung, meist im Rahmen einer
Entzündung) und Verklebung des Gleitgewebes zwischen
dem Gelenkkopf des Oberarmknochens und dem Schulterdach zugrunde.
Mittleres
Halswirbelsäulensyndrom:
Im Rahmen einer Störung im Bereich der mittleren
Halswirbelsäule
kann es im
Sinne eines
Projektionsschmerz
es ebenfalls zu
einer
Omalgie
(=
Schulterschmerz) kommen, meist aber mit
Schmerzen im Bereich der Halswirbel 3,
4 u. 5 vergesellschaftet.
Ein
radikuläres Syndrom
(= Krankheitszeichen infolge einer
Nervenstörung,
Nervenschädigung)
führt zu Störungen der
Nervenfunktion in Form von herabgesetzter Empfindung und/oder Lähmungen von
Schulterblattmuskeln (z.B. M. levator scapulae).
Schmerztherapie
bei Frozen shoulder:
Verbleiben trotz einer krankheitsspezifischen
Behandlung
Schmerzen aufgrund einer Frozen shoulder, so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen,
wobei ein
Dauerschmerz praktisch immer eine Kombination von verschiedenen
Therapieverfahren erfordert. Häufig sind die schmerztherapeutischen
Behandlungsmethoden bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich
nach dem
Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner
Ursache richten.
Medikamentöse Schmerztherapie:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib
oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei einer
adhäsive
n Kapsulitis eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der
Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit
vermieden werden.Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen Schmer
zen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) oder
Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Bei einer entzündlichen Schmerzursache sind wiederholte
Cortison-Einspritzungen hilfreich.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
bei Frozen shoulder:
Bei anhaltenden Schmerzen sollten
rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Insbesondere bei
Schmerzen in der
Schulter ist eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs-
oder Suchtpotential, die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und
Nervenblockaden. Dabei wird das
Gelen
k wiederholt (stationär
bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert.
Das Schul tergelenk kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was
manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Mus
kulatur)
im Schulterbereich nach vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere
Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen)
des Nervus suprascapularis in der Incisura
suprascapularis (= kleine Kerbe am
Oberrand des Schulterblattes) in
Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem Schul
terbereich
fortgeleitet.
Bei hartnäckigen und heftigen Schmerzen hat sich die sog.
kontinuierliche, retrograd hohe Betäubung des Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht) mit
Katheter
sehr bewährt. Dabei wird vorübergehend (ca. 10-14 Tage lang) ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe
der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und
innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt
durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel) völlig
schmerzlos nachgespritzt. Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach
wird der Oberarm mit einer Manschette abgestaut, so daß die
Betäubungsmittellösung innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und
so auch im Schulterbereich schmerzlindernd wirken kann. Das örtliche
Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft
erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung),
damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass
die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert, die entzündlichen oder degenerativen
(= abnutzungsbedingten)
Prozessen nachhaltig entgegenwirkt.
Zur
Schmerzbehandlung bei Froze
n shou
lder kann auch die kontinuierliche, interskalenäre (= zwischen
Mus
keln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Plexus
brachialis durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren
Risiko behaftet.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Physikalische Schmerztherapie bei adhäsive
r Kapsulitis:
Auch eine Elektrostimulation kann bei
Gelenkschmerzen eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die
transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat
den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig über dem Gelen
k aufgeklebt. Durch Veränderung der
Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Auch
eine
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für die
Hochtontherapie.
Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen
Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit
Gelenksschmerzen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen
(Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
Gelenkschmerzen
lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einer
adhäsive n
Kapsulitis
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber
unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber bei adhäsive
r Kapsulitis die
heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen
zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere Therapiemaßnahmen bei adhäsive
r Kapsulitis:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur
(Schmerzakupunktur)
gegen
chronische Schmerzen nicht unerwähnt
bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder
progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der
psychologischen
Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung bei der Diagnose "chronischer
Schmerz". Oft ist auch auch ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation, weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.
Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).
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